Bei jeder Jugendkultur spielt die Mode eine entscheidende Rolle. Mit dem individuellen Aussehen hebt man sich von der Masse ab und offenbart die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. So auch in der Punkszene.

Da Punk für alles steht, das nichts mit Konformität und Massenerscheinung zu tun hat, ist es doch verwunderlich, dass es trotzdem ein bestimmtes Erscheinungsbild ist, das jeder sofort mit der Szene verbindet. Bunte Irokesen, Piercings und zerrissene oder extrem auffällige Kleidung. Und tatsächlich trifft dies seit Jahrzehnten auf die szenetypische Erscheinung zu. Doch woher kommt das eigentlich?

Punk in der Modewelt

Man muss wissen, dass die Musiker diesen Trend nur bedingt gesetzt haben. Denn im Vordergrund stand vielmehr die Musik als Ausdruck gegen das Regime und Ventil für den angestauten Frust, weniger als modische Akzentsetzung.

Fans und bekennende Punks zeichnen sich bekanntlich dadurch aus, dass sie jegliche Art des Mainstreams verabscheuen. Daher finden sich alle Formen, von außergewöhnlichen Accessoires bis hin zur bewussten Beschädigung der Kleidungsstücke, wieder. Nieten gehören in allen Variationen genauso zum Erscheinungsbild wie Metallketten, Anstecker oder Sicherheitsnadeln – letztere gerne auch als Piercings. Karo- oder Bondagehosen werden mit Schnürstiefeln und Lederjacken kombiniert. Alles kann – nichts muss, heißt die Devise.

Die weltbekannte britische Modedesignerin Vivienne Westwood war es, die den modischen Trend setzte. Sie war mit Malcolm McLaren verheiratet, der unter anderem die Sex Pistols managte. Mit ihm hatte sie auch einen Laden, der anfangs Second-Hand-Kleidung anbot. Später benannten sie ihn in Too Fast To Live, Too Young To Die um und verkauften Rocker-Mode. Zur kultigen Boutique wurde das Geschäft, als Vivienne Westwood das Angebot abermals änderte und Erotikwäsche zum Hauptsortiment wurde. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis die Londoner Punk-Rock-Szene ein- und ausging, so auch Sid Vicious und andere Mitglieder der Sex Pistols.

Ihr Geschäft besteht übrigens immer noch, allerdings heißt es seit 1979 World’s End.