Punk als Kulturbegriff umfasst vieles – neben Musik und Mode gibt es noch andere vielfältige Themengebiete, die Punk beeinflusst hat und umgekehrt. Die Kunstwelt hat davon genauso profitiert wie die Medienlandschaft. Einige Kritiker behaupten sogar, dass sich die Kunst ohne Punk nicht so weiter hätte entwickeln können.

Verschiedene Ausdrucksmittel

Musik ist ein geeignetes Instrument, um Emotionen und Gedanken ausdrücken zu können. Gerade beim Punk-Rock kann dem Frust durch laute und harte Klänge Luft gemacht werden. Nicht der Sound steht im Vordergrund, sondern der kritische und anarchische Text.

Doch wer denkt, es muss beim Punk immer nur laut und aggressiv zugehen, irrt sich. Es sind Bands wie die Patti Smith Group oder R.E.M., die die Musikform eher als Kunst verstehen. Sie unterscheiden sich in der Einbindung von Blues-, Jazz- oder Folk-Elementen. Beim sogenannten Punk Cabaret liegt das Hauptaugenmerk sogar eher auf der Performance.

Aber zurück zu der Kunst als solches. Da die Punk-Szene von der Do-It-Yourself-Mentalität geprägt ist, wurden sogenannte Fanzines, also Magazine von Fans für Fans, in Eigenregie erstellt und verteilt. Sie bestanden hauptsächlich aus Collagen, so wie beispielsweise das Plattencover zu God save the Queen von den Sex Pistols. Es zeigte ein Foto der Queen, das mit dem Titel und Bandnamen über Augen und Mund beklebt war. Diese Provokation machte die Band quasi über Nacht berühmt. Auch wenn das Cover aus künstlerischer Sicht eher unspektakulär war, wurde es gut dreißig Jahre später von einer bekannten Zeitschrift zum „besten Plattencover aller Zeiten“ gekrönt.

Auch die Malerei blieb nicht verschont. Die Begriffe Neue Wilde respektive Junge Wilde umfassten die gesamte deutsche neoexpressive Kunst der 1980er-Jahre. Die Hauptschaffenszentren der Fotografen, Modedesigner, Musiker und Künstler lagen in Berlin, Hamburg und Köln. Im Mittelpunkt stand auch hierbei die Do-It-Yourself-Mentalität, wie beispielsweise das Anfertigen von Collagen oder Experimente mit Sound und Film. Provokationen auf den jeweiligen Gebieten gehörte genauso dazu wie ein gewisses Maß an Dilettantismus.